Heppenheim – eine Stadt mit Geschichte

Die Geschichte der Stadt Heppenheim an der Bergstraße reicht bis in das Jahr 755 zurück und zeichnet sich durch eine große Vielfalt von Menschen, Ereignissen und Entwicklungen aus. Der 1959 gegründete Heppenheimer Geschichtsverein hat damit ein reichhaltiges Betätigungsfeld, auf dem er zahlreiche Aktivitäten entfaltet, die wir Ihnen in den einzelnen Rubriken dieser Internetseite vorstellen möchten. Gerne beantworten wir Ihre Fragen und freuen uns, wenn Sie bei uns mitmachen möchten.
Prof. Dr. Karl Härter (Vorsitzender)

 

Aktuelles und Veranstaltungen

 

Exkursion nach Darmstadt „Bau- und Gartenkunst“

Die Perlen Darmstadts – nämlich die Besichtigung der Mathildenhöhe, der Rosenhöhe, der Arbeiterhäuser und des Hofguts Oberfeld, standen für Sonntag, den 4. Oktober auf der  Tagesordnung des Heppenheimer Geschichtsvereins  Mit Dr. Peter Engels, Stadtarchivar Darmstadt a. D. übernahm ein exzellenter Kenner der Darmstädter Geschichte die Leitung dieser Exkursion.

Startpunkt war die Mathildenhöhe. Dieses bedeutende Kultur- und Architekturdenkmal, wurde 2005 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Sie entstand um die Jahrhundertwende (ca. 1899–1914) als Künstlerkolonie unter Großherzog Ernst Ludwig.

Eine gesonderte Führung gab es im Großen Haus Glückert, welches ein herausragendes Beispiel für den Darmstädter Jugendstil ist. Das von Joseph Maria Olbrich entworfene Gebäude entstand im Jahr 1901 im Rahmen der ersten Mathildenhöhe-Ausstellung. Diese großzügige Villa am Alexandraweg wurde noch im Jahr der Fertigstellung vom Hofmöbelfabrikanten Julius Glückert erworben. Er nutzte das Haus zur Präsentation modern gestalteter Innenräume aus seiner Produktion.

Weiterlesen…

Nach der verdienten Mittagspause führte der Weg zur Rosenhöhe. Diese wurde als englischer Landschaftsgarten angelegt und bietet Highlights wie den Rosengarten und verschiedene Pavillons aus der Zeit der Künstlerkolonie. Dr. Engels überraschte die Gruppe, indem er für die sonst verschlossenen und nicht zugänglichen Mausoleen des hessischen Fürstenhauses die Schlüssel bereithielt und eine Besichtigung ermöglichte.

Teil der Ausstellung auf der Mathildenhöhe im Jahr 1908 waren Gebäude für gering bemittelte Bürger, deren Erstellung mit minimalen Kosten erfolgte. Es entstanden die sogenannten Arbeiterhäuser, von denen eines Georg Metzendorf konzipierte, welches versetzt wurde und nicht mehr an der ursprünglichen Stelle sondern in der Nähe des Hofgutes Oberfeld steht. Die Räume im Erdgeschoss werden von der Stiftung Hofgut Oberfeld für pädagogische Zwecke genutzt, wie die Gruppe bei der Besichtigung erfuhr.

Abschluss des Tages war das Hofgut Oberfeld. Peter Engels erklärte, dass das landwirtschaftliche Ensemble kein Teil der Mathildenhöhe ist. Es steht unter Denkmalschutz und ist bekannt für seine gut erhaltene Fachwerk- und Backsteinarchitektur aus dem 19. Jahrhundert. Das Hofgut Oberfeld ist aus der großherzoglichen Hofmeierei hervorgegangen. Erhalten wurde das Anwesen durch eine Initiative Darmstädter Bürger. Heute ist es ein beliebter Ort für Kulturveranstaltungen, Gastronomie und Gemeinschaftsaktivitäten und steht unter Verwaltung der Stiftung Hofgut Oberfeld.

Ein besonderer Tag voller Informationen und neuen Eindrücke fand im Cafe des Hofgutes seinen Abschluss.

Weniger…
Portal des Ernst-Ludwig-Hauses/© kmfodos. Über dem Eingang befindet sich die Inschrift „SEINE WELT ZEIGE DER KÜNSTLER – DIE NIEMALS WAR NOCH JEMALS SEIN WIRD“ von Hermann Bahr.

11.10.2026 Museumsbesuch mit Besichtigung des Magazins und des renovierten Kellers des Amtshofes

Am diesem Sonntagnachmittag (14 – 17 Uhr) führt die Museumsreferentin Luisa Wipplinger die Mitglieder des Geschichtsvereins durch das Museum, inklusive einer Besichtigung des Magazins und des renovierten Kellers des Amtshofs, wo wir bei einem Umtrunk mit Fingerfood die Veranstaltung ausklingen lassen. Um Anmeldung bis zum 1. Oktober 2026 wird unter heppenheimer-geschichtsverein@t-online.de  (Stichwort Museum) gebeten.

Podcasts des Heppenheimer Geschichtsvereins

„Heppenheimer Geschichte und Geschichten“

Neu online ist Folge 27.

Die unter dem Stelenfeld des Holocaust-Mahnmals in Berlin gelegene Ausstellung dokumentiert die Verfolgung und Vernichtung der europäischen Juden. Zwei Heppenheimer Bilder sind auch dabei. In diesem Podcast  sprechen wir darüber.

In der Folge 23 sind wir etwas andere Wege gegangen: „Das Heppenheimer Centgericht und der endliche Rechtstag des Niklas Dörsam“. Ein Podcast mit Hörspielelementen. Anhand des authentischen Falls des Niclas Dörsam wird in diesem Podcast Geschichte mit atmosphärischen Hörspiel-Elementen kombiniert, welche die Vergangenheit zum Leben erwecken.

Hören Sie doch einmal rein! Hier gelangen Sie zu den Podcasts

Deutscher Mühlentag: Erlebnisreiche Führungen und spannende Einblicke

Am Pfingstmontag, dem 26. Mai 2026, nahm Heppenheim mit seinem "Heppenheimer Mühlenrundweg" bereits zum achten Mal offiziell an dem alljährlichen Deutschen Mühlentag teil. Getragen vom Heppenheimer Geschichtsverein in guter Zusammenarbeit mit den Heppenheimer Altstadtfreunden und der Stadtverwaltung wurde ein ansprechendes Programm angeboten. Zwei große Mühlenführungen für Erwachsene durch Dr. Hermann Müller und Dr. Karlheinz Mulzer, die von der Stadtmühle bis zum Mühlwehr der Wendtmühle führten, sowie eine spezielle Mühlenführung für Kinder mit den Mühlenführerinnen Pia Keßler-Schül und Inge Schäffauer lockten trotz des heißen Wetters zusammen etwa 100 Teilnehmer an. Erstmals führten die Führungen auch an den neu aufgestellten Lehrtafeln "Vom Korn zum Brot" vorbei. Bei einem Müllertrunk, einem speziellen Mühlen-Cocktail, konnte bei der Strooßewärdschaft der Altstadtfreunde in froher Runde der Nachmittag genossen werden. Das Anwesen "Müllershaus Schindersburg" wurde von Beate Weis zur Besichtigung geöffnet. Die vielfältigen Aktivitäten sind sehr gut angekommen und liefern einen sehr wichtigen Beitrag aus der Arbeit des Geschichtsvereins.

Bei der Kindermühlenführung konnten die Kinder die Kraft des Wassers spielerisch entdecken

Bemerkenswertes zu Auswanderungen nach Nordamerika oder: wie (alte) Anzeigen im Verordnungs- und Anzeigeblatt neue Geschichten ans Licht bringen

Am Dienstag, den 19. Mai 2026, hielt Manfred Bräuer, Mitglied des Vorstands, im Rahmen eines Treffens der Bezirksgruppe Odenwald der Hessischen Familiengeschichtlichen Vereinigung (HFV) einen Vortrag in der gut besuchten Gaststätte „Burgheim“. Thema des Abends waren die Schicksale von Auswanderern aus Heppenheim und dem heutigen Heppenheimer Stadtteil Erbach. Bräuer stützte sich dabei auf eine ausgiebige Quellenrecherche, insbesondere auf Anzeigen in den historischen Verordnungs- und Anzeigeblättern. Diese Dokumente enthielten unter anderem öffentliche Aufforderungen an Gläubiger oder Erben, sich bei den Behörden zu melden – ein Indiz dafür, dass viele Auswanderer ihre finanziellen oder familiären Verpflichtungen in der Heimat nicht mehr regeln konnten oder wollten.

Besonders spannend waren Bräuers Ausführungen zu den verschiedenen Formen der Auswanderung: Öffentlich dokumentierte Abreisen, bei denen die Behörden oder Gläubiger informiert wurden. Heimliche „Entfernungen“, bei denen Menschen ohne Vorankündigung oder offizielle Meldung das Land verließen – oft aus Not oder um Schulden zu entgehen. Schnelle Abreisen, die auf politische, wirtschaftliche oder persönliche Krisen hindeuten. Unterstützung für mittellose Auswanderer, die von Gemeinden, Vereinen oder Privatpersonen organisiert wurde, um den Betroffenen den Neuanfang im Ausland zu ermöglichen.

Durch die kombinierte Auswertung von Archivalien und lokalen Überlieferungen gelang es Bräuer, erneut ein lebendiges Bild der Migrationsbewegungen aus der Region zu zeichnen. Sein Vortrag zeigte den vierzig Zuhörern nicht nur die individuellen Schicksale, sondern auch die Rahmenbedingungen, die Menschen damals zur Auswanderung bewegten.

 

Gedenktafel für Katharina Katzenmaier (Schwester Theodolinde)

Am 12. Mai 2026 wurde in der Heppenheimer Ehrenmalanlage/Stadtpark eine Gedenktafel für Katharina Katzenmaier (Schwester Theodolinde) enthüllt. Damit wird sie nun auch in ihrem Geburtsort gewürdigt – nach Püttlingen und Freiburg. Die Realisierung der Tafel erfolgte durch die Aktion „Bürgerwunsch“ der Bürgerstiftung Heppenheim. Im Vorfeld gab es eine Kooperation mit dem Geschichtsverein, der bei der Standortsuche unterstützte. Den Text für die Tafel verfasste die stellvertretende Vorsitzende Andrea Falk.

Der Heppenheimer Geschichtsverein hatte Schwester Theodolinde bereits in seine Recherchen zu historischen Persönlichkeiten der Stadt einbezogen. Im Rahmen dieses Projekts wurde über sie in einer Zeitungsserie im Starkenburger Echo (ab 2019), in einer Ausstellung im Heppenheimer Museum (2024) sowie in einer Publikation (ebenfalls 2024) berichtet.