Heppenheim – eine Stadt mit Geschichte
Die Geschichte der Stadt Heppenheim an der Bergstraße reicht bis in das Jahr 755 zurück und zeichnet sich durch eine große Vielfalt von Menschen, Ereignissen und Entwicklungen aus. Der 1959 gegründete Heppenheimer Geschichtsverein hat damit ein reichhaltiges Betätigungsfeld, auf dem er zahlreiche Aktivitäten entfaltet, die wir Ihnen in den einzelnen Rubriken dieser Internetseite vorstellen möchten. Gerne beantworten wir Ihre Fragen und freuen uns, wenn Sie bei uns mitmachen möchten.
Prof. Dr. Karl Härter (Vorsitzender)
Aktuelles und Veranstaltungen
28.06.2026 Exkursion nach Darmstadt „Bau- und Gartenkunst“
Die Perlen Darmstadts – Besichtigung der Mathildenhöhe, der Rosenhöhe, der Arbeiterhäuser und des Hofguts Oberfeld.
Die Darmstädter Mathildenhöhe und Rosenhöhe sind Glanzstücke der Architektur und des Gartenbaus. Beide Stadtanlagen wurden mit Beginn des 20. Jahrhunderts geschaffen. Teil der Ausstellung auf der Mathildenhöhe im Jahr 1908 waren Gebäude für geringe bemittelte Bürger, deren Erstellung mit minimalen Kosten erfolgte. Es entstanden die sogenannten Arbeiterhäuser, von denen eines Georg Metzendorf konzipierte. Das Hofgut Oberfeld ist aus der großherzoglichen Hofmeierei hervorgegangen. Erhalten wurde das Hofgut durch eine Initiative Darmstädter Bürger. Wie bei der Exkursion 2025 wird erneut Dr. Peter Engels, Staatarchivar Darmstadt a. D., die Exkursionsteilnehmer/innen führen.
Die An- und Abreise zu diesem Tagesausflug erfolgt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Der Laufweg wird etwa 5 km betragen Für Verpflegungsangebote am Mittag- und Nachmittag wird gesorgt. Wir freuen uns auf ihre Anmeldung unter heppenheimer-geschichtsverein@t-online.de. Bitte teilen sie uns neben ihrem Namen auch mit, wenn sie kein Zug-Tagesticket benötigen.
Bemerkenswertes zu Auswanderungen nach Nordamerika oder: wie (alte) Anzeigen im Verordnungs- und Anzeigeblatt neue Geschichten ans Licht bringen
Am Dienstag, den 19. Mai 2026, hielt Manfred Bräuer, Mitglied des Vorstands, im Rahmen eines Treffens der Bezirksgruppe Odenwald der Hessischen Familiengeschichtlichen Vereinigung (HFV) einen Vortrag in der gut besuchten Gaststätte „Burgheim“. Thema des Abends waren die Schicksale von Auswanderern aus Heppenheim und dem heutigen Heppenheimer Stadtteil Erbach. Bräuer stützte sich dabei auf eine ausgiebige Quellenrecherche, insbesondere auf Anzeigen in den historischen Verordnungs- und Anzeigeblättern. Diese Dokumente enthielten unter anderem öffentliche Aufforderungen an Gläubiger oder Erben, sich bei den Behörden zu melden – ein Indiz dafür, dass viele Auswanderer ihre finanziellen oder familiären Verpflichtungen in der Heimat nicht mehr regeln konnten oder wollten.
Besonders spannend waren Bräuers Ausführungen zu den verschiedenen Formen der Auswanderung: Öffentlich dokumentierte Abreisen, bei denen die Behörden oder Gläubiger informiert wurden. Heimliche „Entfernungen“, bei denen Menschen ohne Vorankündigung oder offizielle Meldung das Land verließen – oft aus Not oder um Schulden zu entgehen. Schnelle Abreisen, die auf politische, wirtschaftliche oder persönliche Krisen hindeuten. Unterstützung für mittellose Auswanderer, die von Gemeinden, Vereinen oder Privatpersonen organisiert wurde, um den Betroffenen den Neuanfang im Ausland zu ermöglichen.
Durch die kombinierte Auswertung von Archivalien und lokalen Überlieferungen gelang es Bräuer, erneut ein lebendiges Bild der Migrationsbewegungen aus der Region zu zeichnen. Sein Vortrag zeigte den vierzig Zuhörern nicht nur die individuellen Schicksale, sondern auch die Rahmenbedingungen, die Menschen damals zur Auswanderung bewegten.
Gedenktafel für Katharina Katzenmaier (Schwester Theodolinde)
Am 12. Mai 2026 wurde in der Heppenheimer Ehrenmalanlage/Stadtpark eine Gedenktafel für Katharina Katzenmaier (Schwester Theodolinde) enthüllt. Damit wird sie nun auch in ihrem Geburtsort gewürdigt – nach Püttlingen und Freiburg. Die Realisierung der Tafel erfolgte durch die Aktion „Bürgerwunsch“ der Bürgerstiftung Heppenheim. Im Vorfeld gab es eine Kooperation mit dem Geschichtsverein, der bei der Standortsuche unterstützte. Den Text für die Tafel verfasste die stellvertretende Vorsitzende Andrea Falk.
Der Heppenheimer Geschichtsverein hatte Schwester Theodolinde bereits in seine Recherchen zu historischen Persönlichkeiten der Stadt einbezogen. Im Rahmen dieses Projekts wurde über sie in einer Zeitungsserie im Starkenburger Echo (ab 2019), in einer Ausstellung im Heppenheimer Museum (2024) sowie in einer Publikation (ebenfalls 2024) berichtet.
Einweihung des Lehrpfades „Vom Korn zum Brot“
Der Heppenheimer Mühlenrundweg wurde 2014 als gemeinsames Projekt von der Stadt Heppenheim und den Vereinen Heppenheimer Altstadtfreunde e. V. und Heppenheimer Geschichtsverein e. V. angelegt. Kürzlich, am 30. April 2026, wurde von der Mühlen-AG des Geschichtsvereins zusammen mit dem Stadtmarketing der Lehrpfad „Vom Korn zum Brot“ mit drei Lehrtafeln eingeweiht. Der neue Lehrpfad soll den Mühlenrundweg bereichern und dient besonders der bessseren Information von Kindern über die wichtige Aufgabe und Bedeutung der Mühlen sowie über den Weg vom Getreidekorn zum Brot. Initiatoren und treibende Kraft für die Realisierung war das bewährte Team Pia Keßler-Schül und Dr. Hermann Müller. Die inhaltliche Gestaltung der Lehrtafeln war ein sehr langer und mühsamer Prozess. Kindgerecht sollten die Abbildungen sein und bei Führungen den Mühlenführern eine Hilfe für Erklärungen geben. Auch Familien, die allein den Mühlenrundweg begehen, sollen eine gute Informationsmöglichkeit erhalten.
Ausgehend von ursprünglich bis zu sieben Lehrtafeln erfolgte ein Konzentration auf drei Tafeln mit den Schwerpunkten „Häufige Getreidearten“, „Aufbau einer Mahlmühle“, „Vom Mehl zum Brot“. Für den Inhalt der Tafeln sind Pia Keßler-Schül und Dr. Hermann Müller verantwortlich. Die graphische Überarbeitung der Entwürfe erfolgte durch Herrn Joel Niebla vom Stadtmarketing. Der städtische Bauhof stellte die Tafeln auf. Finanziert wurde die Herstellung der Lehrtafeln durch den Heppenheimer Geschichtsverein.
Historische Karten als Spiegel der Zeit: Die Entwicklung der Kartographie am Beispiel Einhausen
Vorstandsmitglied Manfred Bräuer präsentierte im März 2026 im Evangelischen Gemeindehaus Einhausen im Namen des Vereins für Heimatgeschichte eine faszinierende Übersicht zur Entwicklung der Kartografie von Groß- und Kleinhausen. Besonders eindrucksvoll war die Darstellung der politischen und konfessionellen Trennlinien sowie der historischen Besitzverhältnisse, die die Ortsteile über Jahrhunderte prägten: Während Groß-Hausen evangelisch war, blieb Klein-Hausen katholisch.
Bräuer zeigte auf, wie sich Landschaft und Gemeinde bis zur offiziellen Gründung Einhausens im Jahr 1937 veränderten. Der Vortrag ermöglichte es den Besuchern, die Entwicklung der Region anhand historischer Karten nachzuvollziehen – von der Wandlung der Siedlungsstrukturen und Grenzen bis hin zur Veränderung von Ortsnamen im Laufe der Zeit
Podcasts des Heppenheimer Geschichtsvereins
„Heppenheimer Geschichte und Geschichten“
Neu online ist Folge 26.
In diesem Podcast sprechen wir über das Thema „Der Beruf des Müllers - Verklärte Romantik und harte Realität“. War der Beruf des Müllers ein Traumjob? Viele Vorstellungen entsprechen nicht der Realität. Der Heppenheimer Mühlenforscher Dr. Hermann Müller gibt uns Einblicke.
In der Folge 23 sind wir etwas andere Wege gegangen: „Das Heppenheimer Centgericht und der endliche Rechtstag des Niklas Dörsam“. Ein Podcast mit Hörspielelementen. Anhand des authentischen Falls des Niclas Dörsam wird in diesem Podcast Geschichte mit atmosphärischen Hörspiel-Elementen kombiniert, welche die Vergangenheit zum Leben erwecken.
Hören Sie doch einmal rein! Hier gelangen Sie zu den Podcasts